Partner
Partner
DESICAL
Startseite » DERBY » Fütterung und Haltung » Die kleine Fütterungslehre
Nährstoffversorgung
Futtermittel lassen sich unterteilen in Nährstoffträger und Wirkstoffträger, die über chemische und mikrobiologische Prozesse (=Verdauung) nutzbar gemacht werden.

Aufgaben der Verdauung
  • Freisetzung folgender Rohnährstoffe aus dem Futter: Eiweißstoffe, Fettstoffe, Kohlenhydrate, Faser- und Ballaststoffe, Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und Wirkstoffe.
  • Spaltung der Rohnährstoffe in reine Nährstoffe
- Eiweiß in Aminosäuren
- Fett in Fettsäuren
- Kohlenhydrate in Zucker und Stärke
- Rohfaser über enzymatischen Abbau von Mikroorganismen und Ballaststoff
- Auflösung von Mineral- und Spurenelementverbindungen
  • der reinen Nährstoffe in resorbierbare Form. Diese Umwandlung ist notwendig, da die Nährstoffe nur so im Körper transportiert werden können.

Verdauungsabläufe
im Maul

  • Die Futteraufnahme geschieht mit Lippen, Zunge und ggf. mit den Schneidezähnen. Die Zerkleinerung des Futters wird von den Backenzähnen besorgt. Diese wachsen ständig nach und müssen intensiv betätigt und überwacht werden, damit keine Haken etc. entstehen. Daher ist eine ausgewogene Ration mit gut strukturiertem Grundfutter nicht zu ersetzen.
  • Beim Kauvorgang sorgen die Speicheldrüsen für intensives Einspeicheln des Futters (Großpferde produzieren bis zu 50l Speichel/Tag), dadurch wird das Futter erst "rutschfähig". Eine Verdauung wird eingeleitet, beginnt aber erst in den nachgeordneten Verdauungsorganen - eine enzymatische Verdauung des Futters ist im Maul nicht möglich - im Maul wird das Futter lediglich zerkleinert und eingespeichelt.

der Schlund
  • Der Schlund kann als Verbindung zwischen Maul und Magen angesehen werden und hat lediglich Transportaufgaben. Da der Schlund recht dünn und nicht unendlich flexibel ist, sollte der Einsatz von quellfähigen Futtermitteln nur im eingeweichten Zustand erfolgen.

im Magen
  • Der Magen ist mit 15-18 l Gesamtkapazität im Vergleich zum Darmtrakt relativ klein. Bei starkem Magendruck schließt sich der Eingangsmuskel, so dass ein Erbrechen über den Schlund unmöglich wird.
  • Im kleinen Anfangsteil des Magens sorgen Bakterien für die Umwandlung von Futterstärke und Zuckerstoffen in Milchsäure.
  • Im Hauptteil des Magens wird das Futter mit Magensäure (Salzsäure) zersetzt.
  • Es kommt zur Lösung von Mineralien und Spurenelementen, Vitaminen und Wirkstoffen, sowie teilweise Lösung des Futtermitteleiweißes.
  • Rohfaser (Zellulose u. Hemizellulosen), Stärke, Zucker und Fette sind noch unverändert.
  • Es entsteht ein Brei, der durch den Magenpförtner (Schließmuskel) an den Dünndarm gegeben wird.
Gefahren:
  • Mangelhafte oder ungenügende Produktion von Speichel und Magensaft, Magenüberladung oder Störung der Magensaftproduktion durch Unruhe während der Futteraufnahme oder durch unmittelbare Belastung nach der Futteraufnahme können eine bakterielle Zersetzung des Futters fördern und die damit einhergehende unkontrollierte Gasbildung kann zu Kolikschmerz oder im schlimmsten Fall zum Magenriss führen.
  • Eine übermäßige Milchsäureproduktion kann hingegen eine Magenschleinhautentzündung provozieren.

im Darmtrakt
  • Der Magenbrei wird ca. im 24m langen Dünndarm weiter verdaut. Die Bauchspeicheldrüse produziert ein alkalisches Sekret (zur Neutralisierung der Salzsäure), die Leber produziert Gallenflüssigkeit und von den Darmwänden werden Darmsäfte ausgeschieden.
  • Hauptsächlich im Dünndarm erfolgt der enzymatische Abbau der Nährstoffe (Zucker, Stärke, Eiweiß, Fett) und die Aufnahme der Spaltprodukte. Eiweißwird in Aminosäuren und Fett in Glycerin und Fettsäuren zerlegt. Entscheidend ist, was in der relativ kurzen Passagezeit im Dünndarm an Nährstoffen gespalten und tatsächlich aufgenommen wird.
  • Die verbleibende Rohfaser wird im Dickdarm unter Zuhilfenahme von Mikroorganismen in Blind- und Grimmdarm weiterverarbeitet. In der Rohfaser verbliebenes Eiweißdient ihnen als Nahrung. Ihrer Tätigkeit verdankt das Pferd die Bildung von Vitaminen.
Gefahren:
  • Starke Futterwechsel, hohe unverdaute Stärkemengen, überhöhte Eiweißmengen und hygienisch bedenkliche Futtermittel können die Mikroorganismen ins Ungleichgewicht bringen (Zusammensetzung der Mikroorganismen im Dickdarm ist pH-Wert-abhängig).
  • Im Grimmdarm kommt es durch Wasserentzug zur Kotbildung, der über den Mastdarm abgegeben wird.
  • Die aufgeschlossenen Nährstoffe und Wasser werden von den Darmwänden aufgenommen und gelangen somit in die Blutbahn.
 Die kleine Fütterungslehre
Die kleine Fütterungslehre

Produkthinweise
Sie befinden sich im internen Bereich von RKW Süd. Bitte melden Sie sich an.
Anmelden