Lange Geburten schwächen die Sauengesundheit
Datum :
von : von Johannes Hilgers und Prof. Dr. Hühn, Wölfershausen aus top agrar 12/2007 | |
| In der Sauenhaltung steht das Abferkelgeschehen im Mittelpunkt des Herdenmanagements. | |
Angestrebt werden möglichst komprimierte Abferkelperioden innerhalb der Sauengruppen, sowie eine möglichst kurze Geburtsdauer der Einzeltiere (s. Übersicht).
Geburtsdauer unter vier Stunden optimal! Eine verschleppte Geburt und Wehenschwächen führen zu einer Stauung des Scheidensekrets. Da-durch werden verstärkt Toxine von der Gebärmutterschleimhaut resorbiert, wodurch MMA begünstigt wird. Neben einer zügigen Geburt ist es wichtig, dass die Ferkel ausreichend Kolostrum aufnehmen. Unru-he und Stresszustände im Abferkelbereich stören den Geburtsablauf. Totgeborene Ferkel werden zu über 60% im letzen Drittel des Geburtsvorgangs geworfen. Treten in einem Bestand vermehrt zu lange Geburten und Sauen mit Wehenschwächen auf, kann dies verschiedene Ursachen haben:
Stimmt der Mineralstoffgehalt im Tragefutter? Bei der Ausstattung des Futters mit Kalzium (Ca) überwiegen eher die Überschreitungen. Bei Bedarf können bis zu 30% des eingelagerten Ca freigesetzt werden. Bei hochtragenden Sauen ist oft eine Ca-Überversorgung im Futter Ausgangspunkt für einen gestör-ten Abferkelverlauf. Durch überhöhten Kalziumgehalt im Futter gelangt zu viel Kalzium ins Blut, so stört es empfindlich die Tätigkeit der Nebenschilddrüse und das Parathormon wird abgebaut. Bei der Geburt benötigt die Sau kurzfristig hohe Mengen Kalzium. Da das Hormon nicht mehr oder nur noch in verminderter Form vorhanden ist, kann auch kein Kalzium mehr freigesetzt werden. Auch zugeführte Oxytocin-Präperate bleiben wirkungslos, weil das fehlende Kalzium die Muskelbewe-gung nicht mehr aktiviert. Erst nachdem den ferkelnden Sauen Kalzium in Form einer Calciumgluco-natlösung verabreicht wurde, ist auch Oxytocin wieder wirksam. Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GFE) hat dazu im Jahr 2006 die Angaben überarbeitet. Die Sauen im hochtragenden Abschnitt vom 80. bis zum 114. Tag der Trächtigkeit sollten mit 16 bis 18 g Kalzium je Tier und Tag versorgt werden. Das entspricht einem Ca-Gehalt von 0,55 bis 0,65% im Alleinfutter. Fazit Verschleppte Geburten und erhöhte Ferkelverluste sind nicht immer auf Krankheiten zurückzuführen. Ein häufiges Problem ist auch eine zu hohe Kalziumumversorgung während der Trächtigkeit. Denn hierdurch wird der Kalziumstoffwechsel gestört. Während der Geburt kann es dann zu einem akuten Kalziummangel kommen. Um Probleme zu vermeiden, sollte der Kalziumgehalt im Tragefutter zwischen 0,55 und 0,65% liegen. Wichtig ist zudem eine ausreichende Rohfaserversorgung während der Trächtigkeit mit mindestens 200 g je Sau und Tag. |



















Lange Geburten schwächen die Sauengesundheit

