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 Hohes Geburtsgewicht günstig für die Mast 
Datum : 2008-08-27  von : Prof. M. Wähner, Hochschule Anhalt, Bernburg, SUS 6/2007
Bei höheren Geburtsgewichten sind bessere Mast- und Schlachtleistungen möglich.
Lassen sich Ferkel mit hohem Geburtsgewicht besser mästen? Diese Frage sollte eine Untersuchung in einem Thüringer Betrieb klären, die im Frühjahr 2007 vorgenommen wurde. Insgesamt wurden 1.597 Ferkel aus 131 zufällig ausgewählten Würfen zur Geburt erfasst und gekennzeichnet.
Die Tiere wurden nach ihrem Geburtsgewicht in drei Gruppen eingeteilt:
  • Leichte Ferkel (bis 1.200 g)
  • Mittlere Ferkel (1.200 bis 1.600 g)
  • Schwere Ferkel (über 1.600 g)
Die Streuung der Geburtsgewichte war relativ hoch. Der Anteil von Ferkeln mit weniger als 1.000 g Geburtsmasse betrug 9,8%. Es wurde festgestellt, dass sich mit steigender Wurfgröße die mittlere Geburtsmasse verringert. Weiterhin war die Wurfnummer de Sau ausschlaggebend. Die Ferkel von Altsauen hatten ein durchschnittliches Geburtsgewicht von 1.430 g, die Ferkel der Jungsauen wiesen bei Geburt ein Gewicht von im Schnitt 1.320 g auf.
Nach vierwöchiger Säugezeit erreichten in der Gruppe 1 (leichte Ferkel) nur 46% der Ferkel ein Gewicht von 7 kg, in der Gruppe 3 (schwere Ferkel) waren es dagegen 85%. Entscheidend hoch und damit statistisch abgesichert, waren auch die Unterschiede der durchschnittlichen Lebendmasse zwischen den Tieren der drei Gruppen am 84. Lebenstag, d.h. am Ende der Flatdeck-Haltung. Die Tiere der Gruppe 1 (leichte Ferkel) wogen mit 30,6 kg durchschnittlich 5 kg weniger, als die Tiere der Gruppe 3 und wiesen eine noch größere Streuung auf als die Tiere der Gruppe 2 und 3.

Bessere Zunahmen und weniger Speck:
Die Mastläufer wurden auf zwei verschiedenen Standorten gemästet. Um die Leistungen der Tiere in Abhängigkeit der Geburtsgewichte vergleichen zu können, wurden die Mastendgewichte auf ein einheitliches Schlachtalter (191 Tage) korrigiert. Ergebnis: Höhere Geburtsgewichte wirken sich tendenziell positiv auf die Masttageszunahme aus, wobei die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht so gravierend ausfielen als vorher angenommen.
Bei der Schlachtkörperbewertung erreichten die Tiere der Gruppe 2 mit 54,9% MFA den besten Wert, gefolgt von den Tieren der Gruppe 3 (54,6%) und Gruppe 1 (53,9%). Der Abfall der Tiere der Gruppe 1 (leichtes Geburtsgewicht) ist vor allem auf eine höhere Speckauflage zurückzuführen.
Schweine mit sehr niedrigem Geburtsgewicht konnten trotz Vorsortierung und gestaffelten Schlachtterminen nur zu 87% in Handelsklasse E und U eingestuft werden. Schweine mit höheren Geburtsgewichten aus den Gruppen 2 und 3 waren bei der Vermarktung sehr viel einheitlicher und erreichten zu 94% bzw. 96% die Klassen E und U.

Bleibt festzuhalten:
Schwerer geborene Ferkel erreichen bessere Aufzuchtleistungen. Dieser Trend setzt sich auch in der Mast fort. Von entscheidender Bedeutung in dieser Untersuchung war jedoch die bessere Benotung der Schlachtkörper von Schweinen, die als Neugeborene mittlere oder hohe Gewichte aufwiesen. So wiesen die leicht geborenen Schweine die höchste Speckauflage bei knapp unterdurchschnittlichem Fleischmaß auf.